Die fruchtbare Region Siebenbürgen im heutigen Rumänien war im Mittelalter ein beliebtes Angriffsziel von mongolischen und später auch von türkischen Invasoren. Zum Schutz des Landstrichs wurden im 12. Jahrhundert deutsche Siedler in das menschenleere Gebiet gerufen, um die Grenze des Ungarischen Reiches gegen Osten zu schützen. Bis ins 20. Jahrhundert entwickelten und lebten sie eine einzigartige Kultur und Baukultur. Im Zentrum der mit der politischen Wende der Neunziger Jahre fast zur Gänze verlassenen Dörfer stand seit dem 13. Jahrhundert zumeist eine gegen äußere Feinde wehrhaft ausgebaute Kirche. Rund 140 solcher Kirchenburgen sind erhalten. Sie stellen ein wichtiges baukulturelles Erbe in Rumänien dar. Sieben von ihnen wurden sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Heute stellt sich das Problem ihrer Erhaltung bei zugleich extrem geschrumpften evangelischen Gemeinden.